Wenn der Rasen im Herbst kaum noch wächst, ist es Zeit für die Winterpause. Ein schmutzig, leer oder im Frost eingelagerter Mähroboter verliert Akkukapazität, setzt Korrosion an und startet im Frühjahr mit Problemen. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie den Roboter einwintern, was mit Ladestation, RTK-Station und Begrenzungskabel passiert und was die Hersteller konkret empfehlen.
- Saisonende
- Okt./Nov., vor Dauerfrost
- Akku (je nach Hersteller)
- 80 % bis voll
- Lagertemperatur
- trocken, über 0 °C
- Begrenzungskabel
- bleibt im Boden
- RTK-Station
- Position nicht ändern
- Frühjahrsstart
- wenn der Rasen wieder wächst
Wann ist Schluss mit Mähen?
Ein fester Termin existiert nicht. Entscheidend ist das Graswachstum: Wird es im Herbst deutlich langsamer, reichen wenige Mähtage pro Woche, und irgendwann wächst praktisch nichts mehr nach. Als Faustregel gilt, dass Rasen bei anhaltend einstelligen Temperaturen kaum noch wächst. Husqvarna empfiehlt, das Gras vor dem Winter etwas länger stehen zu lassen.
- Mähtage reduzieren: Im Oktober Zeitplan in der App zurückfahren statt abrupt abzuschalten.
- Nicht bei Frost mähen: Gefrorene Halme brechen, und Räder hinterlassen Spuren im Rasen. Viele Roboter haben eine Frost- oder Temperatursperre, verlassen Sie sich aber nicht allein darauf.
- Laub entfernen: Liegt viel Laub, verstopft es Mähwerk und Sensoren. Rechen Sie vor den letzten Mähgängen.
Schritt für Schritt einwintern
- Zeitplan deaktivieren: Damit der Roboter nach dem Einlagern nicht versucht zu starten.
- Gründlich reinigen: Gehäuse, Unterseite, Messerscheibe, Räder und Ladekontakte mit Bürste und feuchtem Tuch säubern. Husqvarna rät ausdrücklich von Hochdruckreiniger und Gartenschlauch ab; Mammotion warnt davor, den Roboter zum Abspritzen auf den Rücken zu drehen.
- Messer prüfen: Stumpfe, ausgebrochene oder verbogene Klingen ersetzen. Husqvarna empfiehlt, neue Messer und Schrauben schon vor dem Einlagern zu montieren. Wie der Wechsel gelingt, zeigt der Ratgeber Mähroboter-Messer wechseln.
- Ladekontakte pflegen: Kontakte an Roboter und Station reinigen, auf Korrosion prüfen.
- Akku laden: auf den Ladestand, den der Hersteller nennt (siehe nächster Abschnitt).
- Ausschalten oder Ruhemodus aktivieren.
- Trocken und frostfrei lagern: Auf allen Rädern auf ebenem Boden oder in einer dafür vorgesehenen Wandhalterung.
Akku richtig einlagern
Lithium-Ionen-Akkus sollten über den Winter weder leer noch tiefentladen werden. Anders als bei manchem anderen Akkugerät empfehlen Mähroboter-Hersteller meist eine hohe Ladung vor der Winterpause, weil sich der Akku über Monate langsam selbst entlädt:
| Hersteller | Empfehlung laut Hersteller | Besonderheit |
|---|---|---|
| Husqvarna | vollständig laden, ausschalten | Neuere Modelle müssen nicht nachgeladen werden, einige ältere alle drei Monate |
| Gardena | vollständig laden, aus der Ladestation nehmen | Angabe aus der Gardena-Self-Check-Anleitung |
| Mammotion | mindestens 80 % | empfohlene Lagertemperatur −10 bis 40 °C; bei Außentemperaturen unter −10 °C ins Haus |
| Segway Navimow | mindestens 85 %, dann Ruhemodus („Hibernation“) in der App | Lagertemperatur 5 bis 45 °C |
Die Anleitung hat Vorrang
Die Werte unterscheiden sich je nach Hersteller und Modellgeneration. Maßgeblich ist immer die Bedienungsanleitung Ihres Geräts. Lagern Sie den Akku nie leer, und kontrollieren Sie den Ladestand nach zwei bis drei Monaten, wenn Ihre Anleitung ein Nachladen vorsieht.
Ladestation, RTK-Station und Kabel: abbauen oder stehen lassen?
Hier gehen die Empfehlungen der Hersteller auseinander:
| Komponente | Husqvarna | Gardena | Mammotion | Segway Navimow |
|---|---|---|---|---|
| Ladestation | dringend empfohlen: ins Haus; bei NERA bleibt die Bodenplatte draußen | darf draußen bleiben, wenn sie am Netz bleibt; sonst abbauen und frostfrei lagern | abbauen, reinigen, mit Netzteil einlagern | Strom trennen, Position mit Markierungsstiften kennzeichnen, einlagern |
| Bleibt die Station draußen | am Netz lassen, Kabel angeschlossen | am Netz lassen | unter −20 °C zwingend ins Haus | – |
| RTK-/Referenzstation | EPOS-Referenzstation ist wetterfest, darf ganzjährig draußen bleiben, Netzteil angeschlossen lassen | – | über −20 °C: ausstecken, Kabel aufwickeln, mit Hülle abdecken | an Wand oder Dach: abdecken; im Rasen: Kopf und Mast abschrauben, Fuß stehen lassen |
| Begrenzungskabel | bleibt im Boden | bleibt im Boden | – | – |
Wichtigster Punkt bei RTK-Systemen: Die Karte ist auf die Position der Referenzstation bezogen. Wird die Station versetzt, müssen Sie bei Navimow laut Hersteller eine neue Karte anlegen; Mammotion verlangt bei bodenmontierten Stationen, die ins Haus müssen, ebenfalls ein Neukartieren. Markieren Sie deshalb den Standort, oder lassen Sie Fundament und Halterung stehen. Modelle mit Netzwerk-RTK brauchen keine eigene Antenne (siehe Mähroboter ohne RTK-Station).
Bei Draht-Robotern bleibt das Begrenzungskabel im Boden. Husqvarna empfiehlt, die Kabelenden beim Abbau der Station zu beschriften oder eine Verbindungsbox zu verwenden, damit der Anschluss im Frühjahr korrekt gelingt.
Geeignete Lagerorte
| Lagerort | Geeignet? | Hinweis |
|---|---|---|
| Keller, Hauswirtschaftsraum | Ja | trocken und frostfrei |
| Garage | Bedingt | nur wenn sie dauerhaft frostfrei und trocken bleibt |
| Gartenhaus, Gerätehaus | Eher nein | Frost, Kondenswasser, Nagetiere |
| Neben Heizung oder in der Sonne | Nein | Hitze belastet den Akku |
| Draußen in der Ladestation | Nein | Husqvarna verlangt trockene Lagerung über 0 °C, Navimow nennt 5 bis 45 °C |
Legen Sie keine schweren Gegenstände auf den Roboter, und decken Sie ihn nicht luftdicht ab, damit sich kein Kondenswasser bildet.
Firmware und Winterservice
- Firmware: Spielen Sie vor dem Einlagern oder spätestens im Frühjahr verfügbare Updates über die App ein. Bei Modellen mit Mobilfunk oder WLAN kommen Updates teilweise automatisch, solange der Roboter eingeschaltet ist (siehe Mähroboter mit App).
- Abos prüfen: Laufen Mobilfunk- oder Netzwerk-RTK-Abos aus, verlängern Sie sie rechtzeitig vor Saisonbeginn.
- Winterservice beim Händler: Husqvarna bietet einen jährlichen Service an, der Wartung, Ersatzteile, Firmware-Updates, Akkutest und Sicherheitsprüfung umfassen kann; je nach Vertrag sind Service und Einlagerung inbegriffen. Auch andere Händler bieten Winterservice und -lagerung an, meist gegen Gebühr.
- GeoFence/Diebstahlschutz: Bei Husqvarna sollten Sie GeoFence deaktivieren, bevor Sie den Roboter aus dem Garten bringen – sonst kann der Alarm auslösen. Mehr zum Thema im Ratgeber Mähroboter-Diebstahlschutz.
Checkliste für den Frühjahrsstart
Starten Sie, sobald der Rasen wieder sichtbar wächst und kein Dauerfrost mehr zu erwarten ist – je nach Region März oder April.
- Garten vorbereiten: Äste, Laub, Steine und Maulwurfshügel entfernen.
- Ist das Gras zu lang? Liegt es deutlich über der maximalen Schnitthöhe des Roboters (in unserer Datenbank je nach Modell 45 bis 100 mm), einmal klassisch vormähen.
- Station aufbauen: an der markierten Stelle, eben und mit Strom; Draht-Systeme wieder anschließen und Kabelbruch prüfen (meist zeigt die Station es per LED an, siehe Mähroboter-Kabelbruch finden).
- RTK-Station wieder an die ursprüngliche Position setzen und Empfang in der App prüfen.
- Akku vollständig laden und die erste Laufzeit beobachten. Ist sie deutlich kürzer als im Vorjahr, kann der Akku gealtert sein.
- Messer, Räder, Dichtungen kontrollieren.
- Firmware und App aktualisieren, Karte und Zonen prüfen.
- Zeitplan einrichten: nur tagsüber mähen, nicht in der Dämmerung oder nachts (siehe Igelschutz und Nachtmähverbot). Die passende tägliche Mähdauer schätzt der Mähzeit-Rechner.
Unsere Einordnung
Ein Mähroboter braucht im Winter vor allem drei Dinge: Er muss sauber, ausreichend geladen und trocken über dem Gefrierpunkt lagern. Beim Akku empfehlen die meisten Hersteller eine hohe Ladung, die genauen Werte stehen in der Anleitung. Bei RTK-Systemen ist die unveränderte Position der Referenzstation wichtiger als die Frage, ob sie im Haus oder draußen überwintert – so sparen Sie sich im Frühjahr das Neukartieren.
Quellen
Häufige Fragen
Mit welchem Ladestand sollte ein Mähroboter überwintern?
Mit dem Ladestand aus der Bedienungsanleitung. Die meisten Hersteller empfehlen eine hohe Ladung: Husqvarna und Gardena vollständig, Mammotion mindestens 80 %, Segway Navimow mindestens 85 % mit anschließendem Ruhemodus. Leer sollte der Akku nie gelagert werden.
Kann die Ladestation im Winter draußen bleiben?
Das hängt vom Hersteller ab. Gardena erlaubt es, wenn die Station am Stromnetz bleibt; Husqvarna empfiehlt dringend, sie ins Haus zu holen (bei NERA bleibt die Bodenplatte draußen); Navimow und Mammotion raten zum Einlagern. Begrenzungskabel bleiben im Boden.
Muss ich nach dem Winter neu kartieren?
Nur wenn sich die Position der RTK-Referenzstation ändert. Markieren Sie den Standort oder lassen Sie Fundament bzw. Wandhalterung stehen. Navimow empfiehlt, im Rasen nur Antennenkopf und Mast abzubauen und den Fuß stehen zu lassen.
Verfasst von
Mäh-Robotik RedaktionDie Redaktion pflegt die Produktdatenbank, wertet Herstellerangaben aus und schreibt Kaufberatungen und Ratgeber. Bewertungen entstehen nach der öffentlich dokumentierten Methodik.
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